Nicolaus Brückner

Am 16. Mai 1756 wurde Nicolaus Brückner in der Altenberger Immanuelkirche getauft. Da damals die Taufe so früh als möglich nach der Geburt erfolgte, kann man davon ausgehen, dass er höchstens ein oder zwei Tage vor dem Taufdatum geboren wurde.
Als ältester Sohn des Holzfällers Johann Michael Brückner aus Altenbergen und der Anna Margaretha Hoffmann aus Engelsbach wuchs er zusammen mit drei weiteren Brüdern, Johann Georg Brückner (getauft 29.03.1759), Johann Sebastian Brückner (getauft 22.09.1762) und Peter Brückner (getauft 23.07.1765) in Altenbergen auf.

 

Sein Elternhaus befand sich vermutlich in der heutigen Straße der Freundschaft. Die Familie Brückner lebte in bescheidenen Verhältnissen. Der Verdienst eines Holzfällers war gering, denn die herzogliche Forstverwaltung als Arbeitgeber zahlte wenig. Doch immerhin bildete diese Anstellung ein relativ gesichertes Arbeitsverhältnis. Etwas Landwirtschaft wurde, wie damals in allen Haushalten üblich, sicher auch von den Brückners zur zusätzlichen Versorgung betrieben.
Dem Beispiel seines Vaters folgend arbeitete Nicolaus Brückner dann ebenfalls als Holzfäller im herzoglichen Wald, der sich unmittelbar an die Altenberger Flur anschloss.

Im Jahre 1780 heiratete er Martha Catharina Ortlepp . Ein Eintrag über seine Vermählung ist im hiesigen Kirchenbuch, was die Dörfer Altenbergen, Catterfeld, Engelsbach und Finsterbergen einschließt, nicht vorhanden. Martha Catharina stammte vermutlich aus einem Nachbarort und die Eheschließung erfolgte dort.
Seine Ehe blieb kinderlos.

Der geringe Verdienst in der Waldwirtschaft und Arbeitslosigkeit während der Wintermonate, wo eisige Temperaturen und Unmengen Schnee die Arbeit unmöglich machten, erforderten zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten. Nicolaus Brückner versah deshalb noch das Amt des Filialsboten für die Kirchgemeinde Altenbergen, zu der die Dörfer Catterfeld, Altenbergen, Engelsbach und Finsterbergen gehörten. Zwischen denen war er ständig unterwegs und überbrachte Botschaften und Anordnungen des damaligen Pfarrers Müller. Oftmals begleitete er auch den Pfarrer selbst, wo er im Gespräch mit ihm viel über die Geschichte der alten Johanniskirche erfuhr.

Für die Johanniskirche interessierte er sich besonders. In seiner Kindheit stand sie noch - verlassen und seit Errichtung der Immanuelkirche 1712 nicht mehr genutzt - auf dem Alteberg über Altenbergen. Er erlebte mit, wie sie mehr und mehr verfiel und ausgeplündert wurde. Auch ihre Geschichte als erste Taufkapelle Thüringens, gegründet durch Bonifatius, war seit der Reformation stark in Vergessenheit geraten. Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Natur auch die letzten Reste der Kirche überwuchert, nachdem sie 1770 bei einem Sturm eingestürzt, der Schutt durch die Gemeinde weggeräumt und das restliche Holzwerk für 13 Gulden verkauft worden war. Nun reifte in Brückner der Wunsch, wenigstens die Erinnerung an die Johanniskirche zu erhalten.

Diesem Wunsch verlieh er am 3. Juni 1808 in seinem Testament Ausdruck: Schwer erkrankt und mit dem Tod rechnend bat er um den Besuch einer Amtsabordnung, denn er wollte seinen letzten Willen rechtskräftig darlegen. Am späten Nachmittag erschienen der Amtskommissar Weidner vom herzoglichen Verwaltungsamt Tenneberg, der Altenberger Bürgermeister Nicolaus Oschmann und der Altenberger Gerichtsschöffe Nicolaus Fuchs und bezeugten eine detaillierte Niederschrift seines Vermächtnisses. Neben seinem Grund und Boden, Wohnhaus und Hausrat, vererbte er der Kirchgemeinde Altenbergen 20 Gulden mit dem Wunsch, man möge nach fünf oder sechs Jahren die Zinsen davon nehmen und einen Gedenkstein zur Erinnerung an die Johanniskirche an ihren ehemaligen Standort setzen. Das Testament ist auch ein Beleg dafür, dass das Ehepaar Brückner in sehr bescheidenen Verhältnissen lebte. Uns heute wertlos erscheinende Gegenstände sind als Erbgut genau aufgelistet, was verdeutlicht, dass sie als wertvoller und vererbbarer Besitz gesehen wurden. Trotzdem gab es Ersparnisse, die kinderreiche Ehepaare sicher nicht aufweisen konnten, was die vererbten Geldsummen an die Paten und an die Kirche beweisen.

Nicolaus Brückner starb am 22. August 1808 und wurde am Tag darauf beerdigt.
 

Wortlaut im Sterberegister Altenbergen 1808:

"Am 22ten August starb der allhiesige Mitnachbar und Holzhauer, wie auch Vormundschaftsverwandte Nicolaus Brückner. Er wurde am 23ten Aug. beerdigt und ihm eine Predigt gehalten. ..." Seine Witwe Martha Catharina Brückner händigte am 4. Mai 1810 dem Amtskommissar Weidner die versprochenen 17 Reichstaler und 12 Groschen (was 20 Gulden entspricht) aus. Diese Summe wurde komplett - sowie die Zinsen dafür - eingesetzt beim Bau des Denkmales KANDELABER.

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